Freitag, 26. Juni 2015

Alte Krankenhäuser in Florenz und Pistoia

Die Krankenhäuser, die mitten in der historischen Stadtzentren stehen, sind in Italien nicht selten.
Diese alten Institutionen werden noch vor wenigen Jahren benutzt, obwohl sie mittelalterlicher Herkunft haben.
Es ist der Fall Siena - Santa Maria alla Scala, direkt dem Dom gegenüber; es ist der Fall Pistoia mit Ospedale del Ceppo; und es ist der Fall Florenz mit Santa Maria Nuova.
Santa Maria alla Scala wird jezt als Museum und Kulturzentrum benutzt; Ospedale del Ceppo wird gerade renoviert, um kulturelles Zentrum zu werden und Santa Maria Nuova, oh weh, gilt immer noch als Krankenhaus für das Zentrum der Stadt, obwohl es auch einen monumentalen Teil hat, der bald als Museum eröffnet wird.
Santa Maria Nuova hat eine elegante Fassade von Brunelleschi, das Gebäude ist aber viel älter. Gestiftet wurde es 1288 von Folco Portinari, einem wohlhabenden und wohltuenden Florentiner.
Hier sieht man das Grab von Monna Tessa, Krankenschwester und Hebamme von Beatrice Portinari, der Tochter von Folco und die Frau, die Dante in seiner Göttlichen Komödie gelobt und gepriesen hat.



Neulich war ich in Pistoia, einer kleinen und interessanten Stadt 20 km von Florenz entfernt, die nicht sehr bekannt ist. Der Domplatz von Pistoia ist meiner Meinung nach einer der schönsten Italiens.
Ich empfehle einen Besuch in Pistoia und bis zum 31. August insbesondere, denn man kann die Renovierung am Fries des Ospedale del Ceppo besichtigen. Das heisst, mit einem Führer steigt man auf das Baugerüst, wo die Techniker arbeiten, sodass man die Friesfiguren direkt in die Augen gucken kann.

Der Fries aus glasierter Terracotta ist ein Werk von Santi Buglioni, einem Schüler der Della Robbia.
Er wurde mit einer Verzierung der Fassade von Ospedale beauftragt, der Fries stammt aus dem Jahr 1528.
Er gilt als Werbung für die gute Arbeit und Pflege des Krankenhauses mit den Kranken und den Armen.


Die Figuren die aus der Fläche hervorragen, sind erstaunlich. So gross wie Menschen damals waren, so angekleidet, wie man damals Bekleidung trug. Szenen aus dem Leben eines Krankenhauses mit Sterbenden und Kranken, Pflegern und Arzten, mit Priestern und Nonnen und Heiligen ab und zu, die als Vorbild für die Pflege der Seelen galten.
Die Fremdenführer von Pistoia erzählen eine Menge Anekdoten und erklären viel von den Symbolen und Szenen, die dargestellt sind.

Führungen jeden Tag um 10.30 - 11.20 - 15.30 - 16.20
Preis € 6,50.
Info +39 0573 368023




Montag, 15. Juni 2015

Afrika in Florenz

Die nötige Voraussetzung ist, dass ich Afrika liebe. Ich mag die Leute und ihr Aussehen, ich mag die Musik und die Kleider, ich finde, jeder sollte einmal im Leben das Kontinent besichtigen.
Vor vier Jahren habe ich als Freiwillige Helferin zwei Wochen in Tschad verbracht und das war eine sehr intensive, sehr wichtige Erfahrung für mich.
Aus diesem Grund vermisse ich nicht die Gelegenheiten, Afrika hier in Florenz zu begegnen. Und das passiert einmal im Jahr dank einem musikalischen Festival, das sog. Festival au Désert.
Ursprünglich mit Musik und Liedern aus Mali hat sich das Festival weiter entwickelt und heisst jedes Jahr viele Musiker aus der Welt Willkommen.
Letztes Jahr war die Gästin eine extrem gute marokanische Sängerin, Oum.
Das ist ein Beispiel, wie sie singt.




Und das war Oum letzten Juni hier in Florenz, wo sie uns allen magische Atmosphären geschenkt hat. Afrikanische Musiker haben mit italienischen zusammen gespielt.



Das Festival au Désert findet an zwei Tagen im Juli statt. 2015 sind die vorausgesehenen Daten 2. und 3. Juli. Das Festival ist kostenlos und die Bühne wird auf den zwei wunderbaren Plätzen in dem Komplex Le Murate aufgebaut, von denen ich schon gesprochen habe (siehe hier)

Also erwarte ich das Festival mit grosser Begeisterung. Die Gäste sind noch einmal eine weibliche Stimme, Awa Ly, aus Senegal und ein amerikanischer Gitarrenspieler Greg Cohen zusammen mit Vincent Segal (cello) und viele andere.

Also stellen Sie sich vor: eine warme italienische Nacht, afrikanische Musik, faszinierende Umgebung und viele Leute, die sich freuen und noch die Hoffnung haben, die Menschheit kann im Frieden zusammen leben und Musik machen.