Montag, 23. März 2015

Santa Maria Novella

Das ist der Name der Hauptbahnhof von Florenz; ein poetischer Name für ein modernes Gebäude. Modern in unserem sehr "florentinischen" Sinn, da die Stadt wenig Modernes hat, das Gebäude geht in die 30er Jahre zurück, aber immerhin.
Santa Maria Novella ist eine grossartige Kirche der Dominikaner.


Normalerweise gefallen mir die Strassen um den Hauptbahnhof gar nicht, nicht nur in Florenz sondern auch  in vielen anderen Städten, die ich besichtigt habe.
Die Umgebung von Santa maria Novella ist nicht im Ganzen angenehm, manche Strassen in dieser Gegend finde ich wirklich hässlich und chaotisch, hier hat man schon immer komischen Leuten begegnet wie z. B. in der via Nazionale.
Aber ich bin neulich von SMN Richtung Fluss gegangen, mein Ziel war eigentlich das Museo Marino Marini , das ich schon in einem Post beschrieben habe und habe auf meinem Weg schöne, interessante Strassen bzw. Stadwinkel entdeckt.

Das ist phantastisch an Florenz, die Stadt hat immer Neuigkeiten und Uberraschungen. Man sollte sie nur entdecken.
Ich bin an der via dei Fossi entlang spazieren gegangen: hier sind seit immer schon die besten  Antiquitätenhändler Florenz' zu finden.



Man kann hier alte Gemälde, Statuen, prachtige Möbel und Teppiche bewundern. Luxuriöse Objekte, die nur wenige kaufen können.
An der via dei Fossi sind aber inzwischen auch andere interessante Geschäfte geöffnet worden, ich habe gestern zum ersten Mal die Buchhandlung TODO MODO besichtigt. Drei Räume voll unabhängiger Herausgeber, die man in zu kommerziellen Buchhandlungen sonst nicht findet und ein niedliches, hoch raffiniertes Restaurant mitten unter den Bücherregalen.

Foto: Todo Modo

Einen Aufenthalt in diesem netten Hof, der Paris so ähnlich ist, habe ich auch gemacht.

Hier sind ein paar Läden,  die nicht so Gewöhnliches verkaufen: viele kleine einzigartige alte Sachen, VintageKleider, Nippsachen der Oma und Einrichtung : Stücke mit viel Geschmack und wenig Hochmut.



Ein Schuhmacher ist hier gegenüber auch zu finden, mit seinen holzernen Modellen, Füsse aller Art: die Schuhe, die er macht, sind vollkommen handgemacht und nur für eine/n, der/die sie bestellt hat.
Ich habe diesen Stadtteil höchst genossen. Verpassen Sie ihn nicht.









Samstag, 14. März 2015

Opificio delle pietre dure

Die Leute, die vor diesem Museum in einer Schlange stehen, wollen nicht hinein, sondern streben nach dem Besuch der naheliegenden Galleria dell'Accademia, wo der David zu bewundern ist.
Aber hier, via degli Alfani, befindet sich ein aussergewöhnliches Museum, das Zeuge der unglaublichen Verganganheit meiner Stadt Florenz ist. Museo dell'Opificio delle Pietre Dure, hier findet man keine Massen Touristen.
Das Museum erzählt von der Kunst der Einlegearbeit von Edelsteinen, die zu wunderbaren Bildern wurde.


Das ist kein einfaches Museum, das man ohne eine spezifische Führung gut verstehen kann. Die verschiedenen Kunstwerke, die man sieht, brauchen eine Erklärung. Diese Kunst hat sich während der Jahrhunderte entwickelt, aber immer nur dank der Medici Familie. Sie haben Edelsteine gemocht und aus diesem Grund haben sie Geld investiert, damit die Kunst der Einlegearbeit verbessert wurde.
Und das, was man in diesem Museum bewundert, ist reine Kunst. Nur die Künstler sind völlig unbekannt, sie waren einfache Handwerker der grossherzoglichen Manufaktur.



Die Bilder, die Sie hier sehen, sind keine Gemälde; die Vollkommenheit der Arbeit ist erstaunlich. Dünne Scheiben Edelsteinen aus der ganzen Welt wurden geschnitten und auf eine Basis aus Schiefer eingelegt, um ein Gesicht, eine Blume, ein musikalisches Instrument oder einen Vogel darzustellen. Keine Pinselarbeit, nur STEIN. Die Oberflächen sind so poliert, dass man kaum glauben kann, kleiner oder grössere Stücke Stein stecken da aneinander.

Tische, Spinde, Vasen wurden mit dieser Technik dekoriert. Die Arbeit dauerte Monate, oder sogar Jahre. Die grösste Herausforderung für die Medici Familie war die Dekoration der Cappella dei Principi  in den Medici Kapellen (San Lorenzo): um diese erstaunliche Kreation zu realisieren, wurde der Opificio delle Pietre Dure schon im 16. Jahrhundert gestiftet. iI 19. Jahrhundert, damit der Opificio ohne die grossherzogliche Familie überleben kann, wandelte man ihn in einem Renovierungszentrum um. Heute ist es eine professionelle und hochgeschätzte Restaurierungshochschule.




In diesem kleinen Museum entdeckt man diese kaum bekannte Geschichte. Man bewundert noch die Werkzeuge, die die Handwerker damals benutzt haben.
Eine Sammlung von 600 Edelsteinsorten ist im 1. Stock zu bewundern. Die Medici haben alle diesen Edelsteine versammelt, in allen Farben und Nuancen. Haben Sie gedacht, Jaspis (auf Italienisch diaspro) hat nur eine Farbe? Falsch.



Nach dem Besuch sollten Sie die sizilianischen Delikatessen von Arà nicht verpassen. Das Lokal ist kaum 50 Metern von hier entfernt.

Montag, 2. März 2015

Oper-Erlebnis bei Opera di Firenze

Alle wissen, dass Social-Medien wunderbare Kommunikationsmitteln sind. Und selbst das wichtigste Theater in Florenz, Opera di Firenze meint so. Sie haben neulich eine Initiative gestartet, die NeverlandOF heisst.
Wo OF für Opera Firenze steht.
Neverland - Nimmerland ist die Welt der Musik, oder eine Welt ohne Zeit und ohne Ort, wie in der Geschichte von Peter Pan, wobei ich mich völlig unerwartet ertappe.

Ich bin keine Sachverständige, ich kenne die Opern nicht, war auch nur einmal bei einem Barbiere di Siviglia.
Trotzdem wollen sie MICH. 
#neverlandOF geht in den nächsten Wochen weiter. In diesem Sinne sind alle dazu eingeladen. Man braucht nur einen Twitter account und man kann sich schon bewerben. Nächste Aufführung La Traviata, am 1. April, ab dem 9. März sind die Bewerbungen offen.
Social-Medien und Oper, ist das nicht das Treffen zwei Fremden?
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Und das ist mein Oper-Erlebnis: Zuerst werden wir zu der Generalprobe eingeladen. Hier werden wir alle mit dem Theater, mit der Oper selbst vertraut werden. Mein erstes Mal auf der Generalprobe!
Ich schreibe Wir denn es ist eine Gruppe Twitterer, die eingeladen wird. Wir kennen uns nicht, die Mehrzahl von uns sind amerikanische Studentinnen.  Die Generalprobe ist interessant, die Premiere wird aber spannend sein.
Unser Programm lautet:
Dido and Aeneas von Henry Purcell eine Oper aus dem 17. Jh
Le jeune homme et la mort ein Ballet von Roland Petit mit Alessandra Ferri und Yonah Acosta.
Ich fürchte mich ein bisschen vor der Oper, aber das Ballett! Alessandra Ferri ist vielleicht die berühmteste italienische Tänzerin. 

Das sind meine Arbeitsmittel heute Abend


Das Teatro dell'Opera in Florenz ist nagelneu und sieht wie ein Viereck aus Beton aus. Kommen Sie aber nach Florenz, dann suchen Sie sich ein Konzert in diesem Theater aus, nicht nur wegen der hohen Qualität der Darstellungen, sondern auch weil das Theater selbst hervorragend ist.


Wir alle Social_Medien Gäste haben Theater pur erlebt, das heisst wir konnten hinter die Bühne und in die Umkleideräume. Es ist total ungewöhnlich, dass man dort erlaubt wird. Und sogar vor einer Premiere!
Hinter der Bühne ist genauso faszinierend wie vor der Bühne! Dutzende Menschen, die dahinten arbeiten. Wussten Sie vielleicht schon, dass es Leute gibt, die die Obertiteln einer Oper nicht nur übersetzen, sondern auch synchronisieren?






#neverlandOF ist eine Aktion aber auch eine Loge im Theater, für Leute gedacht, die durch einen Smartphone oder einen Tablet die Aufführung im Twitter oder Facebook kommentieren und weltweit verbreiten.



Also die Oper war interessant. Alles auf Englisch mit Gesang, Tanzeinlagen und Rezitativ; die Regisseurin hat viele Anregungen von Hollywood Filme genommen. Die Outfits der Frauen zum Beispiel die Kleider oder die Haare. Ein Paar Filme sind uns allen eingefallen...


Dido ist eine hübsche Mezzosoprano, Josè Maria Lo Monaco. 
Es geht um Liebe, um brennende Leidenschaft und um Tod. Dido und Aeneas, für ihn ist sie nur ein Intermezzo auf einer Reise.


Unser zweiter Teil war das Ballet von Roland Petit, das zum ersten Mal in Italien voraufgeführt wurde.
Le jeune homme et la mort oder eine Liebesgeschichte, die auch in den Tod hinführt.
Alessandra Ferri und Yonah Acosta, reiner körperlicher Tanz.
Die Aufführung war genauso intensiv wie kurz. Die Frau in Gelb ist mächtig, der jeune homme ist trotz seiner Muskeln zerbrechlich.

Alles bewegt sich schnell und alle Zuschauer haben gehofft, es dauert noch eine Weile.


Die Frau in Gelb ist der Tod, und sie zeigt dem Mann, wo er seinem Tod begegnet.