Mittwoch, 31. August 2016

Rificolona in Florenz

Am 7. September kehrt in Florenz die Rificolona zurück
Als ich ein Kind war, habe ich dieses traditionelle Fest sehr geliebt. Ich habe mich über meine Rificolona gefreut. Meine Mutter hat mir immer eine gekauft und ich bin stolz damit rumgegangen.
Rificolona= Papierlaterne. 
Hinter dem Namen steht eine alte Geschichte, die stark mit dem Feiertag Mariae (dem 8. September) verbunden ist.


Auf dem Platz Santissima Annunziata gab es einen grossen Markt genau am 8. September; die Verkäuferinnen waren alte Frauen aus dem Land, die schon am späten Tag davor in die Stadt kamen und die Nacht auf dem Platz verbrachten.
Die Florentiner spotteten sie: alte Weiber, schlecht angezogen und grob; dazu trugen sie noch Laternen.
Das ist also die Legende.
Aber die Papierlaternen, die wir als Kinder auf einen Stock hingen und trugen sind bunt und froh. Im Inneren ist ein Kerzlein. In der Dunkelheit sind sie hell und farbenreich. Manche bösen Jungs haben dann Blasrohre mitgebracht und haben mit dem Blasrohr geschossen, damit das Feuer im Inneren der Laterne das Papier brennt. Oft wird das Ziel getroffen.  Die Rificolona brennt und das kleine Kind weint.
Das ist also das Kinderspiel. 



Die Rificolona ist aber ein Ereignis in der folkloristischen Tradition von Florenz. Es wird im Herzen der alten Stadt gefeiert und zwar am Abend vom 7. September. Die vielen Kinder mit ihren Rificolone treffen auf dem Platz Santissima Annunziata, andere kommen in einem Zug aus dem Dom.
Der Erzbischof (manchmal sogar der Bürgermeister ist da) gibt allen seinen Segen. Es wird eine Rede gehalten. Manchmal werden den schönsten Rificolone Preise gegeben (ja, man kann sie auch selbst basteln).

Sonst kauft man sie im Geschäft, wie die auf dem Bild.

Gute Rificolona!!!!