Samstag, 14. März 2015

Opificio delle pietre dure

Die Leute, die vor diesem Museum in einer Schlange stehen, wollen nicht hinein, sondern streben nach dem Besuch der naheliegenden Galleria dell'Accademia, wo der David zu bewundern ist.
Aber hier, via degli Alfani, befindet sich ein aussergewöhnliches Museum, das Zeuge der unglaublichen Verganganheit meiner Stadt Florenz ist. Museo dell'Opificio delle Pietre Dure, hier findet man keine Massen Touristen.
Das Museum erzählt von der Kunst der Einlegearbeit von Edelsteinen, die zu wunderbaren Bildern wurde.


Das ist kein einfaches Museum, das man ohne eine spezifische Führung gut verstehen kann. Die verschiedenen Kunstwerke, die man sieht, brauchen eine Erklärung. Diese Kunst hat sich während der Jahrhunderte entwickelt, aber immer nur dank der Medici Familie. Sie haben Edelsteine gemocht und aus diesem Grund haben sie Geld investiert, damit die Kunst der Einlegearbeit verbessert wurde.
Und das, was man in diesem Museum bewundert, ist reine Kunst. Nur die Künstler sind völlig unbekannt, sie waren einfache Handwerker der grossherzoglichen Manufaktur.



Die Bilder, die Sie hier sehen, sind keine Gemälde; die Vollkommenheit der Arbeit ist erstaunlich. Dünne Scheiben Edelsteinen aus der ganzen Welt wurden geschnitten und auf eine Basis aus Schiefer eingelegt, um ein Gesicht, eine Blume, ein musikalisches Instrument oder einen Vogel darzustellen. Keine Pinselarbeit, nur STEIN. Die Oberflächen sind so poliert, dass man kaum glauben kann, kleiner oder grössere Stücke Stein stecken da aneinander.

Tische, Spinde, Vasen wurden mit dieser Technik dekoriert. Die Arbeit dauerte Monate, oder sogar Jahre. Die grösste Herausforderung für die Medici Familie war die Dekoration der Cappella dei Principi  in den Medici Kapellen (San Lorenzo): um diese erstaunliche Kreation zu realisieren, wurde der Opificio delle Pietre Dure schon im 16. Jahrhundert gestiftet. iI 19. Jahrhundert, damit der Opificio ohne die grossherzogliche Familie überleben kann, wandelte man ihn in einem Renovierungszentrum um. Heute ist es eine professionelle und hochgeschätzte Restaurierungshochschule.




In diesem kleinen Museum entdeckt man diese kaum bekannte Geschichte. Man bewundert noch die Werkzeuge, die die Handwerker damals benutzt haben.
Eine Sammlung von 600 Edelsteinsorten ist im 1. Stock zu bewundern. Die Medici haben alle diesen Edelsteine versammelt, in allen Farben und Nuancen. Haben Sie gedacht, Jaspis (auf Italienisch diaspro) hat nur eine Farbe? Falsch.



Nach dem Besuch sollten Sie die sizilianischen Delikatessen von Arà nicht verpassen. Das Lokal ist kaum 50 Metern von hier entfernt.