Montag, 2. Februar 2015

Karneval in Florenz?

Das ist ein Post über eine Abwesenheit, denn ein echter Karneval ist in Florenz nicht zu finden.
Sicher gab es in der Vergangenheit eine Tradition, in den Wochen vor Fastzeit hat man überall Carnesciale gefeiert, es ist aber jetzt nichts mehr übrig.

Zu Fasching ist Florenz keine Destination - betrachtet man nicht die Vorteile der Stadt im Winter, wie in diesem Post beschrieben.
ph. Valdarnopost.it
Tollen Karneval mit vielen Karren findet man in Viareggio (am Meer)  oder auch in Foiano della Chiana, einem Dorf nicht weit weg von Arezzo.
Ist Karneval für Sie eine Welt der geheimnisvollen Masken, wie in Venedig auch, dann sollten Sie in Castiglion Fibocchi (auch in der Nähe von Arezzo) Atmosphäre suchen.

Als ich ein Kind war, sind verkleidete Kinder am Lungarno spazierengegangen, ungefähr dort, wo der Konsulat der USA ist. Ich erinnere mich noch daran, es war für mich sehr erregend.

Vor einigen Jahre hat man dann versucht, Karnevalszüge  in der Innenstadt zu organisieren; es gab Masken und auch Vertreter der verschiedenen ausländischen Gemeinden in Florenz ansässig, d.h. Gruppen aus Brasilien und aus Peru, Chinesen und Finnen, die  ihre typische Bekleidung anhatten und auf den Strassen feierten.
Es war aber ein bisschen traurig und äbrigens hat es auch immer geregnet. Auf jeden Fall hat man jetzt nichts mehr. Was bleibt? Essen.

Zu dieser Zeit findet man in Bäckereien und Konditoreien die leckeren und typischen Kekse und Kuchen des Karnevals.
Typisch für Florenz ist die sog. schiacciata alla fiorentina. Ein flacher Kuchen, sehr weich mit einem leichten Orangengeschmack und dick mit Puderzucker bestaubt. Eine Lilie, das Symbol von Florenz, steht oft oben drauf.
Die schiacciata ist nur in diesen Wochen zu finden und ich mag sie sehr.


Typisch sind auch diese fritierten Kekse die cenci heissen. In Deutschland habe ich einmal etwas sehr ähnlich gegessen, den Namen weiss ich aber nicht mehr.
Cenci heisst Lappen; und tatsächlich sehen die aus wie unregelmässige Stoffbänder. Man findet sie auch in anderen Regionen aber immer unter anderen Namen.


Und die letzte Erwähnung gilt für die frittelle di riso d.h. Reis-Rumrosinenpuffer, die einfach super sind. Am besten schmecken mir die von Pasticceria Nencioni, via Pietrapiana, nicht weit weg von piazza dei Ciompi wo der Flohmarkt ist. Hier findet man auch frittelle di mele, fritierte Apfelscheiben..

UNBEDINGT zu probieren!!