Sonntag, 26. Oktober 2014

Herbst in Florenz

Ein schöner Herbst ist eine gute Zeit, um Florenz zu besichtigen.
Gelb, gelb, gelb überall. Gelb sind die Bäume.
Gelb ist das Licht an manchen Nachmittagen.
Und Wind, der aus Norden zieht.
Ich mag Herbst. Man hat den Eindruck, dass die touristiche Saison langsam am Ende ist.
Weniger Licht, aber deswegen viel teuerer.
Die Stadt für sich.
Ich habe die Bäume in diesen letzten Jahren fotografiert und werde die besten Bilder auf diesen Seiten veröffentlichen. Heute und an den nächsten Tagen.




Dienstag, 21. Oktober 2014

Nächtliche Spaziergänge

Im Winter ist es mir zu kalt, aber alle anderen Saisons sind  für mich optimal. Ich mag unheimlich, in der Nacht spazierenzugehen.
Gemütlich ist es vor allem nach den heissen Sommertagen. Im Sommer zirpen die Grillen, die Luft ist duftig und gemütlich warm.
Manchmal gehe ich in der Nähe von meinem Zuhause spazieren: nicht weit weg sind schöne Strassen, die schon aufs Land führen. Darüber habe ich im Post vom 14. Januar geschrieben (Die nähere Umgebung).
Ein Lieblingsziel in den Sommernächten ist aber  Bellosguardo.

Dieser Hügel hat einen romantischen Namen - Bellosguardo bedeutet schöner Blick.
Man geht ein Kilometer bergauf zwischen engen Mauern, die Strasse heisst via di Bellosguardo; an einer Kurve begegnet man alten Frauen, die wilde Katzen füttern. Kommen die Frauen, merkt man plötzlich hunderte Katzen, sie kommen aus überall her.

Die Mauern grenzen an Villen, dann erreicht man einen winzigen Platz mit noch vielen Villen, u.a. die Villa, wo das Englische Paar Elisabeth Barrett und Robert Browning lebten.
Hier geniesst man den schönen Ausblick auf Florenz aus einer unkonventionellen Richtung


Die wichtigsten Denkmäler der Stadt sind stark beleuchtet, hat man eine gute Kamera, kann man gute Aufnahmen haben.
Man kann den kleinen Platz verlassen und weiter gehen; man erreicht einen winzigen "borgo" ein paar Häuser.
Es ist wie in einem Dorf. Es ist niedlich. Glücklich sind diejenigen, die hier wohnen.


Ein Spaziergang ausserhalb des Stadtzentrums ist auf jeden Fall zu empfehlen. Bei allen Saisons. Richtung Hügel.

Montag, 20. Oktober 2014

Die Welt der Möglichkeiten

Giambologna hatte es verstanden.
Was hätte es sein können, wenn der Granduca Francesco I dei Medici die Statue in Florenz beauftragt hätte.
Er - Giambologna - wäre sicher der berühmteste Bildhauer der Welt geworden.
Sein Riese als 9. Weltwunder.

Aber der Riese wurde für den Park in Pratolino beauftragt; ein Park um eine Villa, die 15 Kilometer von Florenz entfernt war. Richtung Appennin -Gebirge. Isoliert.
Trotzdem bekannt, der Wunderpark von Pratolino kannten doch alle an den Höfen Europas, so Ende des 16. Jahrhunderts.

Aber wir freuen uns darüber, dass der Appennin - oder der Riese, immer noch da steht und wir ihn bewundern können.Seit dem 18. Oktober wieder zu bewundern.





[Man kann mehr über Pratolino lesen: Post vom 18. Mai]

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Wo sind die Museen, die niemand besichtigt?

Wo sind die kaum besichtigten Museen von Florenz, gibt es die überhaupt?

In den letzten Monaten muss ich ab und zu am Schalter arbeiten und touristische Informationen geben. Das ist lange nicht mehr meine Arbeit gewesen, aber die finanzielle Lage ist schwierig und alle müssen alles machen.
Kommen Sie eventuell ins Informationsbüro in Florenz, könnten Sie mir begegnen - lustig, oder?

Auf jeden Fall habe ich dort die Möglichkeit, sozusagen den "Geschmack" des Touristen zu überprüfen, es ist klar, was die Trends sind.
Und vor ein paar Tagen hat mich jemand mit der Frage des Titels überrascht, weil die populärsten Museen immer noch Uffizien und Accademia sind.
Natürlich gibt es viele Museen, die kaum besichtigt werden. Es sind auch meine Lieblings.
Von einem habe ich schon geschrieben und zwar von Museo Marino Marini ( Post vom 2.März)

Ein anderes ist sicher der Klosterhof "dello Scalzo", darüber ist auch ein Post (Post vom 10. Februar)

Empfehlenswert : sehr ähnliche Museen - und auch nah miteinander, nur durch eine Brücke über dem Arno verbunden - sind Museo Horne und Museo Bardini.



Beide Herren Herbert Horne und Stefano Bardini waren Antiquitätenhändler - und sammler mit exquisitem Geschmack, beide liebten Florenz und die Renaissance. Beide wohnten wie Herrschaften anderer Zeit in einem Palast, der wie ein Haus der Vergangenheit aussah.
Ihre Kunstsammlungen oder Teile davon sind jetzt als Museen zu bewundern.
Museo Horne ist in via dei Benci
Museo Bardini ist an piazza dei Mozzi
Niemand weiss, dass das Originelle der Staue vom berühmten Wildschwein "porcellino", ja der Brunnen, von dem man die Nase berühren muss, hier (Museo Bardini) beherbergt wird.


Eine Villa Bardini ist auch da, sie war auch ein Teil von seinem Vermögen. In panoramischer Lage, hat zwei Museen und ist oft der Sitz für temporäre Austellungen. Der Garten Bardini ist unbedingt sehenswert vor allem im Frühling, wo die Rosen und Azaleen blühen.

Und noch zu besichtigen ist das Haus von Rodolfo Siviero. Dieser Herr hat während des letzten Weltkriegs für Italien gearbeitet und vermieden, dass viele italienische Kunstwerke durch die deutschen Truppen nach Deutschland geschmuggelt werden.
International hatte er Beziehungen und führte eine herrliche Arbeit - a real good job!!!
In seinem Haus, das immer noch völlig eingerichtet ist, sind seine Lieblingskunstwerke versammelt.
Man findet etruskische und römische Fundstücke, mittelalterliche Tafeln, antike Keramik, Gemälde aus dem 20. Jahrhundert von seinem Freunden De Chirico zum Beispiel.

Ein Schmuckkästchen diese kleine Villa am Arno, Eingang piazza Poggi: der Eintritt ist frei aber nur am Sa. So und Mo geöffnet.