Mittwoch, 8. Oktober 2014

Wo sind die Museen, die niemand besichtigt?

Wo sind die kaum besichtigten Museen von Florenz, gibt es die überhaupt?

In den letzten Monaten muss ich ab und zu am Schalter arbeiten und touristische Informationen geben.
Kommen Sie eventuell ins Informationsbüro in Florenz, könnten Sie mir begegnen - lustig, oder?

Auf jeden Fall habe ich dort die Möglichkeit, sozusagen den "Geschmack" des Touristen zu überprüfen, es ist klar, was die Trends sind.

Und vor ein paar Tagen hat mich jemand mit der Frage des Titels überrascht, weil die populärsten Museen immer noch Uffizien und Accademia sind.
Natürlich gibt es viele Museen, die kaum besichtigt werden. Es sind auch meine Lieblingsmuseen.
Von einem habe ich schon geschrieben und zwar von Museo Marino Marini ( Post vom 2.März)

Ein anderes ist sicher der Klosterhof "dello Scalzo", darüber ist auch ein Post (Post vom 10. Februar)

Empfehlenswert : sehr ähnliche Museen - und auch nah miteinander, nur durch eine Brücke über dem Arno verbunden - sind Museo Horne und Museo Bardini.



Beide Herren Herbert Horne und Stefano Bardini waren Antiquitätenhändler - und sammler mit exquisitem Geschmack, beide liebten Florenz und die Renaissance. Beide wohnten wie Herrschaften anderer Zeit in einem Palast, der wie eine Residenz der Vergangenheit aussah.
Ihre Kunstsammlungen oder Teile davon sind jetzt als Museen zu bewundern.
Museo Horne ist in via dei Benci
Museo Bardini ist an piazza dei Mozzi
Kaum jemand weiss, dass das Originelle der Statue vom berühmten Wildschwein "porcellino", ja der Brunnen, von dem man die Schnauze berühren muss, hier (Museo Bardini) beherbergt wird.


Eine Villa Bardini ist auch da, sie war auch ein Teil von seinem Vermögen. In panoramischer Lage, hat zwei Museen und ist oft der Sitz für temporäre Austellungen. Der Garten Bardini ist unbedingt sehenswert vor allem im Frühling, wo die Rosen und Azaleen blühen.

Und noch zu besichtigen ist das Haus von Rodolfo Siviero. Dieser Herr hat während des letzten Weltkriegs für Italien gearbeitet und vermieden, dass viele italienische Kunstwerke durch die deutschen Truppen nach Deutschland geschmuggelt werden.
International hatte er Beziehungen und führte eine herrliche Arbeit - a real good job!!!
In seinem Haus, das immer noch völlig eingerichtet ist, sind seine Lieblingskunstwerke versammelt.
Man findet etruskische und römische Fundstücke, mittelalterliche Tafeln, antike Keramik, Gemälde aus dem 20. Jahrhundert von seinem Freunden De Chirico zum Beispiel.

Ein Schmuckkästchen diese kleine Villa am Arno, Eingang piazza Poggi: der Eintritt ist frei aber nur am Sa. So und Mo geöffnet.