Freitag, 2. Mai 2014

Eine Stadt mit Türmen

Florenz, die Stadt der Renaissance. Wie oft haben wir diesen Satz gehört? Es ist sicher wahr, aber Florenz ist nicht nur Renaissance.

Die Stadt hatte ihre grösste Entwicklungsperiode am Anfang des 14. Jahrhunderts, die letzte Stadtmauer wurde 1333 aufgebaut. Der Umfang der neuen Mauer war sehr breit, die Stadt war in voller Blüte und man suchte neues Land. Die 5. Statdmauer war so verbreitet, sie umzirkelte nicht nur den alten römischen Entwurf, nein, sie reichte bis zu dem linken Arnoufer.
Auf jeden Fall kam dann eine grosse Pestilenz und die Einwohneranzahl der Stadt versank dramatisch; die leeren Räume bis zu der Mauer blieben jahrhundertelang leer.

Mit dieser kurzen Einführung will ich sagen, dass die Stadt im Mittelalter mächtig war und dass ein mittelalterlicher Charakter noch da ist.
Damals wohnten die reichen Familien in Türmen, man nannte sie case torri oder Turmhäuser; die Strassen waren sehr eng und dunkel, es gab keine imponierenden Paläste der dominierenden Familen, die erst nach 1400 aufgebaut wurden.

Es ist eine "anders gemeinte" Besichtigung der Stadt, wenn man sich die Türme von Florenz aussucht; dann kann man sich eine Vorstellung machen, wie es damals aussah - wahrscheinlich San Gimignano sehr ähnlich.

Alle Türme, die Sie hier sehen, befinden sich in der Nähe vom Fluss dem sog. Borgo San Jacopo entlang





Viele Case torri in Borgo San Jacopo, eng aneinandergereiht




An beiden Enden von Ponte Vecchio standen viele Türme bis 1945. 
Sie wurden leider meistens zerbombt, es bleibt jetzt nur noch einer am rechten Arnoufer, den zeige ich hier, an der Ecke mit Por Santa Maria.